Zur Planung des NSG Tideweser

Vorab-Informationstermin 12. Mai 2017 am NLWKN in Oldenburg

tideweser sn kIm Zuge der Umsetzung der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) plant der Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), das FFH-Gebiet 203 „Unterweser“, Teile des Vogelschutzgebietes 027 „Unterweser“, Teile des FFH-Gebietes 026 „Nebenarme der Weser... „ (jedoch ohne Strohauser Plate, Vorländer und Schweiburg und ohne Juliusplate) und Teile des FFH-Gebietes 187 „Teichfledermaus-Gewässer  im Raum Bremerhaven/Bremen“ künftig als Naturschutzgebiet „Tideweser“ auszuweisen. Für den 12. Mai 2017 hatte das NLWKN in Oldenburg für die zu beteiligenden Naturschutzfachverbände einen Vorab-Informationstermin anberaumt, an dem auch Vertreter der Segel- und Motorbootverbände sowie der Landeskanuverbände Niedersachen und Bremen teilnahmen.

Aufgrund seines pragmatischen Gebietszuschnittes umfasst das NSG weite Bereiche des Unterweserstroms bis in die Außenweser hinein. Der Entwurf sieht ein Anlandeverbot praktisch entlang des gesamten niedersächsischen Flussabschnittes vor. Zugleich war avisiert worden, dass für den bremischen Teil des Gewässers in einem zweiten Schritt inhaltsgleiche Regelungen geschaffen werden sollen. Da außerdem das Anlegen oder Einsteigen an den Fähranlegern verboten ist, wäre die Weser zwischen Bremen und Bremerhaven praktisch nirgends mehr frei zugänglich. Dass dies die Ausübung des Kanusport in mehr als erheblicher Weise einschränken würde, konnten die Vertreter des Kanusports in der offenen und auf eine Berücksichtigung der Interessen bedachten Gesprächsatmosphäre überzeugend darlegen.

In einem Vorgespräch mit dem NLWKN war dem LKV-Präsidium bereits signalisiert worden, dass im Zuge eines Beschilderungsverfahrens die üblicherweise genutzten Anlandestellen der Paddler auch künftig für eine entsprechende Nutzung freigegeben werden könnten, wenn dem aus naturschutzfachlicher Sicht nichts entgegen stünde. Einige anliegende Gemeinden haben zudem vorab Strände reklamiert, deren Betreten Erholungssuchenden auch weiterhin gestattet bleiben soll. Im Zuge der Erörterung haben wir deutlich machen können, dass eine Beschilderung aus Sicht des Kanusports aus verschiedenen Gründen problematisch wäre, da Anlandestellen aufgrund von Wind- und Wetterlage auch kurzfristig gewählt werden müssen. Zudem unterliegt die Flusslandschaft im Laufe der Zeit Veränderungen. Deshalb sollte grundsätzlich das Anlanden von nicht-motorisierten Booten an Sandstränden erlaubt sein, ohne dass diese explizit in der Verordnung genannt werden. Die beigefügte Aufzählung hat nur beispielhaften Charakter. Allenfalls sollten in der Verordnung Plätze aufgezählt werden, die nicht betreten werden dürfen. Unvermeidbar ist, dass das hinter den Stränden liegende Grünland nicht mehr betreten werden darf; bzw. dies nur auf den ausgewiesenen Wegen erlaubt sein wird. Das geplante NSG Tideweser bezieht entlang des Flusses bereits bestehende Schutzgebiete ein bzw. schließt an diese an. Für uns besonders wichtige Kontaktgrenzen bestehen entlang der NSGe Strohauser Plate und Juliusplate sowie im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Diese Gebiete bleiben von der neuen Regelung unberührt. Daraus ergibt sich, dass die bekannte Ausstiegs- und Biwakerlaubnis für Kanuten im Bereich der ehemaligen Domäne auf der Strohauser Plate erhalten bleibt. Im Bereich des Nationalpark-seitigen Teil des NSG Tideweser darf bei Niedrigwasser auch weiterhin ein 50 m breiter Streifen der Ruhezone entlang des Fahrwassers zum Trockenfallen und Betreten genutzt werden; die Zwischenzone darf ohnehin betreten werden – es gibt hier also keine Veränderung.

Mindestens notwendige Ausstiegsstellen:

Fluss-km

53,5-55,5 links Bereiche nördlich des alten Fähranlegers Kleinensiel,

52,5-53,5 rechts Strand südlich des alten Fähranlegers Dedesdorf,

46,0-50,5 links Strand vor dem NSG Strohauser Plate

44,1-44,6 rechts Strand zwischen Fähranleger und Seglerhafen Sandstedt,

42,0-42,2 rechts Hauptarm vor Harriersand: kleine Strandabschnitte vor dem nördlichsten Hof,

40,8-41,0 rechts Strand vor dem Restaurant auf Harriersand,

38,2         rechts östlicher Arm Harriersand, Siel auf etwa halber Strecke (Aschwarder Siel),

28,0-32,0 links Strand auf dem Elsflether Sand,

25,0-26,1 links Strand auf der Juliusplate

23,0-25,0 links Strand am Warflether Sand

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