Feuchtes Vergnügen auf der Wümme

Blockland-Marathon für Kanuten

 

Blocklandmarathon 2020Trotz Corona bittet der Bremer Landes-Kanu-Verband zum 25. Bremer Blockland-Marathon an den Start. Kanuten aus ganz Norddeutschland schätzen die abwechslungsreiche 41 Kilometer lange Strecke auf der Wümme.

 Blockland. Kanusportfreunde beginnen in diesen Tagen mit dem Trainingsendspurt. In drei Wochen startet der Bremer Blockland-Marathon. „Kanufahren ist in Corona-Zeiten ideal“, sagt die Organisatorin des Langstreckenwettkampfs, Inge Voigt-Köhler, während sie die Umstiegsstelle in Kuhsiel checkt. „Ab hier wird es anstrengend“, erklärt die Kanu-Sportfreundin. „Über 20 Kilometer sind die Kanuten bis hierher gefahren“, berichtet Co-Organisator Wolfgang Vöge am Wümme-Ufer. „Von hier aus folgt die letzte Etappe der großen Tour.“ Am Sonnabend 12. September starten rund 40 Kajaks, Canadier und Subs, um die 41-Kilometer-Strecke in einem der schönsten Bremer Kanureviere zurückzulegen. „Das Paddeln ist dabei meistens nicht das Problem“, sagt Vöge. „Die Meisten können irgendwann einfach nicht mehr sitzen.“

Zum 25. Mal organisiert der Bremische Landes-Kanu-Verband in diesem Jahr das große Rennen auf der Wümme. Gestartet wird in zehn Kategorien – unterschieden wird dabei unter anderem in Wander- und Rennsport, es gibt verschiedene Alters- und Leistungsklassen, eine Goldstrecke über 41 Kilometer und eine Silber-Disziplin über 17 Kilometer. „Es ist eine eher familiäre Veranstaltung, bei der es mehr um Sportlichkeit als um Leistung geht“, berichtet Voigt-Köhler am Rande des Stecken-Checks. Voraussetzung sei die Kanusporttauglichkeit und ein Mindestalter von 14 Jahren. Anmeldungen nimmt der Landes-Kanuverband noch bis zum 28. August entgegen. „Alle sind eingeladen mitzumachen“, unterstreicht die Veranstalterin. Auch Gäste und Nicht-Vereinsmitglieder seien willkommen.

Gemeinsam mit einem eingespielten Team zeichnen Inge Voigt-Köhler und Wolfgang Vöge schon seit vielen Jahren für den Blockland-Marathon verantwortlich. „Diesmal sind das natürlich etwas andere Bedingungen“, räumen sie ein. Ein Corona-Hygienekonzept wird zurzeit erarbeitet. Dabei gehe es vor allen Dingen um Themen wie Umkleidekabinen und Sozialräume. „Draußen ist das alles kein Problem – am Start sind wir gut vorbereitet“, sagt Voigt-Köhler mit Blick auf ihre Unterlagen. Wanderer und Rennboote starten zeitversetzt. „Nur Duschen können die Leute beispielsweise hinterher nicht“, erklärt die Bremer Organisatorin.

Wuemme Zeitung 24.8.2020Trotz Corona bittet der Bremer Landes-Kanu-Verband zum 25. Bremer Blockland-Marathon an den Start. Die bisherigen Teilnehmer schätzten vor allem die abwechslungsreiche 41 Kilometer lange Strecke auf der Wümme. (Foto: Inge Voigt-Köhler)

Der Weg ist das Ziel

Insgesamt sei die Nachfrage trotz erschwerter Bedingungen groß. „Das Ganze hat sich verschoben. Viele kommen nicht, aus Angst. Andere sind interessiert, weil es in diesem Jahr so wenige Sportveranstaltungen auf Bundesebene gibt.“ Etliche Wettkämpfe in anderen Städten seien abgesagt worden.

Die Blocklandveranstaltung soll dennoch stattfinden – so der Plan. Pokale und Preise seien lange im Voraus organisiert worden. „Diesmal ohne Jahreszahl - vorsichtshalber“, räumt Inge Voigt-Köhler ein.

Gestartet werden soll vom Anleger des Wassersportvereins Tura an der Lesum. Für Marathon-Kanuten geht es von dort über die Wümme bis Dammsiel. Hier müssen die Boote umgetragen werden. Wem das zu schwer ist, kann auch die Schleuse nutzen. Über die Kleine Wümme geht es schließlich weiter bis zum Bürgerpark und über den Kuhgraben bis Kuhsiel. Die letzte Etappe führt über die Wümme zurück bis zum Lesumhafen. Auf dem letzten Stück fahren die Kauten mit der Tide. „Das ist im günstigen Fall wie Rückenwind“, sagt Vöge.

Kanuweltmeister Thomas Kittner schüttelt den Kopf. Im vergangenen Jahr sei er ab Kuhsiel noch gegen die Strömung gepaddelt, berichtet der Bremer. Doch er nehme die Tide sportlich. „Hier im Blockland steht der Spaß im Vordergrund“, so der Rennbootfahrer. Trotzdem strebe er diesmal eine Zeit von unter drei Stunden für die 41 Kilometer an. Kittner ist 2019 in Ungarn Weltmeister in drei Disziplinen geworden. „Ich schätze die Blocklandstrecke wegen der schönen Landschaft und der abwechslungsreichen Gewässer. Bei anderen Wettkämpfen geht es meistens nur geradeaus – das ist hier anders.“ Für Kittner ist der Trip reines Training.

Für Ulrike von See ist das anders – die Kanutin aus Bad Bederkesa freut sich, wenn sie nach fünfeinhalb Stunden im Ziel ist. Wer sich die lange Strecke nicht zutraut, steigt schon nach 17 Kilometern am Vereinssteg Störtebecker in der Nähe des Bürgerparks aus – von hier aus gibt es einen Shuttle-Service zum Marathon-Ziel, berichtet von See. Für diese Variante will sie sich eventuell in diesem Jahr entscheiden. „Das ist noch nicht sicher“, sagt die Jugendtrainerin. Sie begleitet diesmal fünf Jungs aus Bad Bederkesa. Von See ist zum siebten Mal im Blockland dabei. „Ich fahre die Strecken so wie die Jugendlichen sich das wünschen“, erklärt die Trainerin. Die Silber-Variante sei auch für ungeübte Kanuten geeignet. „Letztendlich ist der Weg das Ziel“, sagt auch Veranstalterin Voigt-Köhler

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Zur Sache

Startzeiten und Anmeldungen

Wanderboote starten beim 25. Blockland-Marathon am Sonnabend, 12. September, ab 9.15 Uhr, Am Lesumhafen 24/26 beim Wassersportverein Tura in Bremen. Rennboote gehen um 9.45 Uhr an den Start. Für alle Teilnehmenden gibt es Urkunden, ein Geschenk und einen Eintrag ins Fahrtenbuch. Siegerinnen und Sieger nehmen Pokale mit nach Hause. Jugendliche ab 14 Jahren können am Marathon teilnehmen. Die Startgelder kosten zwischen fünf und zehn Euro, Nachmeldegebühren drei Euro. Anmeldeschluss ist der 28. August. Falls es danach noch ausreichend Start-Slots gibt, kann nachgemeldet werden. Weitere Infos stehen auf der Seite des Landesverbandes unter https://kanu-bremen.de/veranstaltungen/blocklandmarathon.html Anmeldungen nimmt Wolfgang Vöge unter der E-Mail-Adresse Blocklandmarathon(at)kanu-bremen.de entgegen.

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