logo 2016 150Die Weser-Tidenrallye ist eine Großveranstaltung für Kanuten und Ruderer, die alle 2 Jahre stattfindet.
Der Veranstalter ist der Landes-Kanu-Verband Bremen

Die 29. Weser-Tidenrallye startet am 

2. Juni 2018 um 12:30 Uhr in Nordenham

Dieses ist nicht das Wochenende nach Himmelfahrt, sondern 3 Wochen später.

Streckendiagramm zur 21. Weser-Tidenrallye am 11. Mai 2002

1.Das Streckendiagramm

Das Streckendiagramm soll dazu dienen, sich entweder vor oder während der Fahrt über seinen Standort, die dort zu erwartende Flutströmung und die nötige Paddelgeschwindigkeit klar zu werden.

Die senkrechte Streckenachse zeigt links die Strecken-Kilometer von 0 km beim Start über 30 km beim Silberziel bis zum km 45 beim Gold-Ziel. Rechts sind die Flusskilometer zu sehen, deren Kilometerzahlen den Werten der am Weserufer aufgestellten Anzeigetafeln entsprechen. (Für die Lesum wurde die Km-Angabe der Weser weitergerechnet.) Zusätzlich sind Örtlichkeiten und Fähren angegeben, die vom Boot aus leicht zu identifizieren sind.

Auf der waagerechten Achse findet man die Uhrzeit als mitteleuropäische Sommerzeit.

Durch Ablesen der Uhrzeit und der Position auf der Weser an Hand der Kilometertafeln am Ufer oder besonderer Örtlichkeiten kann man seinen aktuellen Punkt im Diagramm feststellen.

Die kleine Abbildung oben rechts ist ein Geschwindigkeits-Diagramm, in dem die Neigung der Geraden zu der an den einzelnen Geraden angegebenen Geschwindigkeit (Speed) gehört

Streckendiagramm

2.Darstellung eines Fahrtverlaufes im Streckendiagramm

Um 11:30 bin ich querab zum Pier in Brake, nachdem ich um 10:10 ein Nordenham losgefahren bin. Aus der Neigung der Graden vom Startpunkt (0 km-Strecke , 10:10 Uhr) zum Standpunkt (16 km-Strecke, 11:30 Uhr) entnehme ich durch Vergleich mit den Gradenneigungen des kleinen Diagramms, dass ich eine Durchschnitts-geschwindigkeit von 11,5 km/h über Grund gefahren bin. Diese setzt sich aus ca. 4,5 km/h Flutgeschwindigkeit und etwa 7,0 km/h eigener Paddelgeschwindigkeit zusammen.

Vor Brake lasse ich mich erschöpft 20 Minuten treiben. Das führt mich mit 4 km/h Treibgeschwindigkeit zum Punkt bei 17,5 km-Strecke und 11:50 Uhr. Von dort paddele ich mit etwas mehr als 4 km/h und zusätzlich 4 km/h Strömung bis ich rechter Hand bei Strom – km 34,5 eine Ausstiegsmöglichkeit am rechten Ufer sehe, wo ich um 12:20 Uhr an Land gehe.

Nach einer Pause von ½ Stunde bis 12:50 möchte ich schätzen, wie schnell ich paddeln muss, um das Silberziel bei Berne noch vor dem Ende der Ziel-Schluss-Zeit um 14:00 Uhr zu erreichen. Aus der Neigung der Graden vom Standort (34,5 Strom-Km, 12:50 Uhr) bis 31 Km-Strecke, 14:00 Uhr schätze ich durch Vergleich mit der Neigung des kleinen Diagramms, dass ich eine Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 9 km/h über Grund erreichen muss. Da ich auf dieser Strecke dabei bin, das Gebiet stärkster Flutströmung zu verlassen (etwa um 13:30), kann ich nur mit zunächst 3 km/h Flutströmungsgeschwindigkeit, zuletzt sicher nur noch mit 2 km/h rechnen. Also sollte ich mit mindestens 7 km/h lospaddeln. Dann würden mir ab 13:30 etwa 3,5 km/h Paddelgeschwindigkeit ausreichen, um das Silberziel noch um 14:00 Uhr zu erreichen.

Das Beispiel zeigt, dass es zu empfehlen ist, zunächst mit guter Wanderfahrer-Geschwindigkeit von etwa 5 km/h gleichmäßig zu paddeln, was etwa 9,5 km/h über Grund ergibt. So würde der Pier Brake um 11:50 passiert werden. Nach 10- minütiger Pause im treibenden Boot und danach wieder 5 km/h Paddelgeschwindigkeit stünden etwa 10 Minuten für einen "Landgang" zu Verfügung, der wegen abnehmender Flutströmung möglichst spät gemacht werden sollte, etwa bei Strom-Km 35. Danach reichen auch weiterhin 5 km/h Paddelgeschwindigkeit für den Rest der Strecke aus.

Rüdiger Schäfer (Inhalt) und Norbert Köhler (Gestaltung), Januar 2002

Quellen:

1.) Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie: "Gezeitenkalender", 2002

2.) Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie: "Nordsee-Handbuch – östlicher Teil", 2002, Tabelle C5.1.3a

Anmerkung: Die Daten für die Lesum liegen nicht vor. Sie sind aus "Paddlererfahrung" geschätzt und hängen stark vom Oberwasser in Hamme und Wümme ab